Suzie Hochmann Annotations

SITUIERTHEIT : Welche Situiertheit von Wissen liegt dem Material/Projekt zugrunde oder zeigt sich? (Forscherinposition + Position der Akteurinnen aus dem Feld)?

Tuesday, January 12, 2021 - 10:08am

Frau Rzadtki lehnt es für sich ab innerhalb von Forschungen den Anspruch von Neutralität zu haben, weil sie dies als nicht umsetzbar empfindet. Stattdessen geht sie offen reflektiert mit sich und ihrem Feld um.

Sie selbst sieht z.B. ihre Positionierung als Mitarbeiterin bei Filia kritisch. So fragte sie sich, warum sie als weiße akademische Frau die Stelle bekommen hat und keine Frau mit Migrationsbiografie. Den Grund dafür sieht sie in strukturellen Problemen begründet.

Auch setzt sie sich dafür ein, dass das Gefälle zwischen der Stiftung und den Geförderten weiter angeglichen wird.

Die Frage nach der eigenen Privilegiertheit und ein starker selbstreflexiver Umgang damit ist grundlegend für ihre Arbeit.

Reflexion über die Forscher*in: Die Forscherin/ Aktivistin hält es für essentiell sich über die eigene Rolle oder Privilegien bewusst zu werden bevor sie aktiv im Feld handelt. Die Positionalität beeinflusst das Arbeiten mit Gruppen, die nicht dieselben Privilegien inne haben maßgeblich.

Wie kann ich mein Wissen für andere einsetzen? Akademisches Wissen kann eingesetzt werden, um andere Gruppen zu unterstützen, ohne diese einzuschränken wie beispielsweise bei Hilfe Antragstexte zu schreiben.

Im konkreten Fall der Stiftungsarbeit: Zu Fördernde Projekte werden von einer Jury von ehrenamtlichen Frauen* bewertet und empfohlen. Die Expertise wird dabei in die Hand von Personen gelegt, die direkt involviert sind.

Andere Formen von Wissen von Akteuren werden von der Wissenschaft genutzt, aber nicht dafür gewürdigt. Das Wissen von Akteurinnen ist auch Wissen ohne, dass Wissenschaftler*innen dieses Wissen akademisieren

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