Institutskolloquium WiSe 20/21: Engaged Anthropology?

Engaged Anthropology?
Grenzgänge an der Schnittstelle zwischen Engagement, Wissensproduktion und institutionellen Setzungen

Welches Wissen produzieren wir als Wissenschaftler*innen und welche Rolle spielt dieses in gesellschaftlichen Debatten und Transformationsprozessen?
Diese Frage ist Herzstück einer empirischen arbeiteten Kulturwissenschaft und verweist auf den Anspruch, (akademische) Wissensproduktion in direktem Austausch mit den betrachteten Feldern umzusetzen und sich mit den generieten Expertisen in öffentlichen Debatten zu positionieren. Dies hat in der Kulturanthropologie eine lange Tradition, erhält aber insbesondere im Kontext aktueller gesellschaftlicher Herausforderungen wie bspw. Nachhaltigkeit, Digitalisierung oder zunehmender sozialer Ungleichheiten erneute Relevanz.
Vor dem Hintergrund von Fachtraditionen wie Public oder Engaged Anthropology versuchen Forscher*innen durch unterschiedliche methodische Ansätzen von partizipativen Forschungen über militante, interventionistische Untersuchungen hin zum kollaborativem Arbeiten verschiedenen Formen von Engagement und Involviertheit gerecht zu werden und müssen dabei immer auch mit den strukturellen Rahmenbedingungen des Wissenschaftsbetriebs wie bspw. begrenzten zeitlichen, finanziellen Ressourcen, Antragsfunktionslogiken und Ökonomisierung von Wissen interagieren.
Im Rahmen dieses Kolloquiums werden unterschiedliche Formen der Wissensproduktion an der Schnittstelle von Wissenschaft und Zivilgesellschaft, grenzüberschreitende Positionierungen von Forscher*innen als Wissenschaftler*innen/Aktivist*innen, notwendigen Reflexionspraktiken über das permanente Spannungsverhältnis von Nähe und Distanz sowie konflikthafte Momente wie bspw. prozessbedingte Hierarchisierungen exploriert und kritisch reflektiert.

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