OUTPUT: Welche Outputformen werden gewählt? Wie wird mit der Öffentlichkeit interagiert?

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Lukas Krauß
February 17, 2021

Im Rahmen des Institutskolloquium des Instituts für empirische Kulturwissenschaften der Universität Hamburg reflektiert und diskutiert Marion Näser-Lather in Ihrem Online-Vortrag „Geschlechterwissenschaftlichkeit. Positionierung und Strategien gegenüber Anti-‚genderistischen‘ Diskursen in der scientific community“ die Spannungsfelder in ihrem gleichnamigem Forschungsprojekt.

Diese Zusammenfassung bezieht sich auf die auf der PECE-Plattform verfügbaren Videoaufzeichnung.

 

Der Fokus meiner Zusammenfassung liegt auf den gewählten Formen und Inhalten der Kommunikation der Forschungsunternehmung und deren Ergebnisse mit der Öffentlichkeit.

 

Durch eine Presseerklärung „Anti-Feminismus spaltet die Gesellschaft“ auf der Homepage der Universität Hamburg wurde über das interdisziplinäre Projekt informiert. Daraufhin erhielt das Projekt viel Kritik aus dem Feld, besonders von dem Internetblog „ScienceFiles“, welcher von einer untersuchten Wissenschaftlerin mit gehostet wird. Zudem erwähnte Näser-Lather die Internetblogs „Freie Welt“ und „Achse des Guten“. Zuletzt stellte die Partei Alternative für Deutschland eine kleine Anfrage zu der Methodik und Finanzierung des Forschungsprojekts im deutschen Bundestag.

Näser-Lather erzählt, dass sie „fast täglich“ mit Konfrontationen über Internetblogs angegriffen wurde.

 

Nach Abschluss des Forschungsprojektes hielt Näser-Lather im Studium Generale „Demokratie braucht Universität – Universität braucht Demokratie“ an der Uni Kassel die Veranstaltung „Kutscheras ‚Gender-Paradoxon‘ – eine pseudowissenschaftliche, politische Kampfschrift. Diskriminierende Aussagen im Gewand der Wissenschaft an der Universität Kassel“, um die Interaktion mit der nicht-wissenschaftlichen Öffentlichkeit zu suchen.

Näser-Lather findet es lohnend, gerade diese Interaktion aufzusuchen, um möglicherweise Menschen, ohne deszendierter Meinung zu den Gender-Studies, zu zeigen, wie die Argumentation der „Gegner“ entlarvt werden kann.

Dabei bespricht sie die Strategie der direkten Konfrontation, wie z.B. die Teilnahme an Podiumsdiskussionen mit den „Gegnern“.

Diese findet sie „durchaus möglich“, da man solche Weltsichten mit Versachlichung erschüttern könnte. Dagegen steht das Argument, dass man den Leuten eine Plattform bietet und die Generierung von Gegenstrategien erzeugt. Als Ziel sieht sie aber sowieso nicht die betreffenden Akteure zu beeinflussen, sondern den Zuschauer*Innen die Absurdität ihrer Argumentation aufzuzeigen und eine Drittwirkung zu erzeugen: Den Zuschauer*Innen zeigen, dass man Vorurteile mit Fakten widerlegen kann und so Leersprüche / Widersprüche sichtbar macht. Dazu merkt sie an, dass der Rahmen des Formats klar sein muss und Regeln zur gleichberechtigten Teilnahme aller Teilnehmer*Innen durchgesetzt werden müssen.

Zuletzt bleibt die Schwierigkeit Verständlichkeit der komplexen Inhalte herzustellen und dabei Simplifizierung zu vermeiden.

Olivia Stracke
February 5, 2021

Protokoll vom 3. Februar 2021

Der Vortrag von Cornelia Springer (UHH) stellte das Projekt „Engagementförderung durch universitäre Lehre“ (Engföle) vor. Dabei geht es um die Verbindung von zivilem Engagement und Studium. 

Das gesamte Projekt könnte als eine große „Outputform“ der Universität Hamburg gesehen werden. Der Begriff der Third Mission zeigt zudem auf (hochschul-)politischer Ebene, dass Hochschulen nicht nur einen Forschungs- und Lehrauftrag haben, sondern auch der Gesellschaft als Ganzes verpflichtet sein sollen, sich aktiv einbringen in einem Dialog über zukunftsrelevante Fragen, Verantwortung übernehmen und intersektoralen Wissenstransfer nach außen tragen sollen. Springer benannte auch Persönlichkeits- und Demokratiebildung als zentrale Punkte.

Innerhalb des Projekts Engföle gab es u.a. ein Projektseminar, das eine Vielfalt an Themen bot, z.B. freiwillige Obdachlosenhilfe (Wohnungssuche, Amtsgänge oder Essensausgabe konnten Aufgaben sein), ein Projekt namens „Poetry Slam gegen Rassiusmus“ (performativer, künstlerischer Ansatz, 2018/19), und zuletzt ein Projekt zum Thema Covid-19 („Open Topic“, flexible inhaltliche Gestaltung, da die Pandemie-Situation sich immer wieder ändert). So konnten Studierende auf realen Unterstützungsbedarf der Gesellschaft eingehen, einer praktischen Tätigkeit nachgehen und mit der Öffentlichkeit interagieren. 

Output erfolgte auch in Form von „Reflexionsprodukten“, etwa Blogbeiträge, Reflexionsberichte, Podcasts, Dokumentarfilme oder wissenschaftliche Essays. Diese sollten auch Menschen außerhalb des akademischen Kontextes erreichen. „Die Gesellschaft soll kritisch reflektiert und mitgestaltet werden durch aktives, politisches und solidarisches Handeln von Studierenden in Engagement-Feldern mit lokaler und globaler Relevanz“, so Springer.

An Akteur*innen und öffentliche Institutionen heranzutreten, sei nicht immer einfach gewesen. Springer berichtet, sie habe ca. 4 Jahre „Klinkenputzen“ betrieben, um ein Netzwerk an Kontakten aufzubauen. Leider spiele Zeit an der Universität eine große Rolle, anders als in der sozialen Arbeit.

Diana Gindesaite
January 24, 2021

The context of the interview: ''Abimbola, Edward and Leslie got to know each other in 2018 in the context of political mobilizations against racism and for the rights of migrants. As they heard about this book, the idea grew to produce a text together to represent the thoughts of those who are structurally excluded from the European academic system but have a lot of knowledge about it. According to the wish of the two men this text is kept very close to the spoken word.''
Source: https://link.springer.com/chapter/10.1007%2F978-3-658-28380-3_8 

The (refugee) activist 
Edward Stanley Steve and Leslie Carmel Gauditz discuss in the course of our colloquium:
What is knowledge and who holds power over the definition of it? Who produces knowledge and what is expected? 

The underlying thesis issues the following: Refugees are excluded from the educational system as well as being exploited. It is stated that there exists an exclusion of minorties from the production of knowledge -> continuation of colonialism 

It is important to find ideas to include people as well as offering them a platform to express themselves (for refugees).
While it is usually the academic fields that produce knowledge there is a need and a reason for different forms of collabartion -> there is a need to show the society that refugees are a part of it, that ''they are in the society''.
Steve pleds for changing the narrative of refugees and migrants while he discusses that there are obvious rules or boundaries in the societal/educational system which prevent refugees from thriving or stepping into the educational system as well as into professional fields. (Positions without a degree are not being acknowledged sufficiently neither are degrees obtained in another country).

At the same time there are many issues at hand: Can knowledge change the system? And how is the position of the academic researcher supposed to be reflected: What will happen to eventually included voices? 
It is essential that people who contributed to researches on certain i.e. technologies, topics which are relevant in the science sectors get recognized -> the devaluation based on lack of degrees should no longer persist. 

Output and access: The interview between Edward Stanley Steve, Leslie Carmel Gauditz and 
Abimbola Odugbesan as summarized above appeared in the context of the publication of the book: ''Forschen und Arbeiten im Kontext von Flucht. Reflexionslücken, Repräsentations- und Ethikfragen; Margrit E. Kaufmann, Laura Otto, Sarah Nimführ, Dominik Schütte (Hrsg.), 2019. 
-> Getting the permission to publish the interview/texts in english was needed but quite difficult to obtain
It is Steves main concern to find new/other mediums to do research and work collaboratively in a less hierachal way. The ideal way of (output or) publishing a book would be designing it like a platform that is opened for discussion while making the final form accessible in academic as well as everyday-language; including different languages and dialects.

Steve shares about his own book project, his membership of the The Silent University and about possibilities to actively help fight racism, intersectionality and initiate the process of changing the system of knowledge i.e. by means of demonstrations, radio shows and articles he participated in.  
Relevant links: 

https://www.youtube.com/watch?v=C85YEilrgJA

http://thesilentuniversity.org/

http://thebridgeradio.dk/script-src/myradiostreamcom/embed/thebridgeradi...

https://www.fsk-hh.org/

Further links: 

https://www.asta.uni-hamburg.de/5-kulturkursprogramm/03-gesellschaftskri... 

Lukas Krauß
January 4, 2021

Im Rahmen des Institutskolloquium des Instituts für empirische Kulturwissenschaften der Universität Hamburg beschreibt und diskutiert Lena Voigtländer in Ihrem Online-Vortrag „Partizipative ethnographische Forschung: Theorie, Realität und Anspruch am Beispiel eines partizipativen Memory Workshops in El Salvador“ wie theoretische Fragestellung mit realen Forschungsbedingungen interagieren und was am Ende übrig bleibt.

 

Der Fokus meiner Zusammenfassung liegt auf den gewählten Formen und Inhalten der Kommunikation von Forschungsergebnissen.

 

Dabei kamen ca. 52 „Kinder der Guerilllas“ als Forschungsteilnehmer innerhalb von Workshops zusammen, um ca. 120 Fotos einer Ausstellung in einen Zeitstrahl einzuordnen. Da diese weder mit einem Datum noch mit einer Bildunterschrift versehen waren, war es die Aufgabe aus den Erinnerungen eine zeitliche Abfolge der Bilder zu konstruieren. Der Zeitstrahl wurde nach dem Workshop digitalisiert, jedoch nicht materiell erhalten. Weiter wurden zu Einzelinterviews persönliche Bilder der Teilnehmer mitgebracht, welche als materielle Erinnerungsportfolios verstanden werden können. Diese blieben im Besitz der jeweiligen InformantInnen. Im Rahmen der Datenauswertung und -analyse wurden die Transkripte der Interviews mit den InformantInnen kollaboriert, sodass diese Einsicht erhielten und Veränderungen vornehmen konnten. Nach zwei Interviews durchgeführten Interviews, hielten die InformantInnen, analog, zwei selbst überarbeitete Transkripte. Die Analyse basiert ausschließlich auf der Basis der überarbeiteten Transkripte. Die Teilnehmer haben eine vorläufige Analyse der erfassten Daten in spanischer Sprache erhalten.

Letztlich scheint jedoch doch der Fokus auf dem akademischen Ziel der Forschung zu liegen, der Dissertation von Lena Voigtländer an der Universität Bonn. Diese wird in Englisch verfasst, publiziert und auf Konferenzen multipliziert. Es lässt sich annehmen, dass diese Formen der Kommunikation in der wissenschaftlichen Gemeinschaft verbleiben werden und weder einen Weg in die breite Öffentlichkeit oder zurück nach El Salvador finden werden.

 

Mit der Frage, wie das Wissen wieder zurückkommen kann und welche Formen des Outputs noch gewählt werden können, beschäftigt sich auch Lena Voigtländer. Konkrete Ideen und Unternehmungen müssen allerdings noch die Fertigstellung der Dissertation abwarten.

Olivia Stracke
December 17, 2020

Protokoll vom 16. Dezember 2020

Vortrag: Aktivismus und Forschung: Reflexionen zu Positionalität, Partizipation und Praxis, Lea Rzadtki (Leuphana Universität, Lüneburg und filia.die frauenstiftung, Hamburg) 

Lea Rzadtki sprach darüber, wie sie sich als Forscherin auch selbst politisch engagiert, etwa 2016 bei der „International Conference for Refugees and Migrants“ am Kampnagel. Zudem arbeitet sie bei „filia.die frauenstiftung“ in Hamburg, einem Förderprogramm für geflüchtete und migrantische Frauen, Inter, Trans, queere und nicht-binäre Geflüchtete und Migrant*innen. Für ihre Rechte möchte Lea Rzadtki sich einsetzen. Es gibt also eine Schnittstelle zwischen ihrer Forschung und ihrem beruflichen Alltag.

Diese Art von Aktivismus bzw. „Engagement“ ist eine Möglichkeit mit der Öffentlichkeit zu interagieren. Output kann also auch bedeuten, sich aktiv für etwas einzusetzen. Man wird zum (forschenden) „Supporter“/ „Ally“ oder „Activist“. Dabei gilt es, während der Partizipation (im Feld), auch die die eigene Position zu reflektieren. Rzadtki bevorzugt diese Art, mit der Öffentlichkeit zu interagieren – „nur“ eine Doktorarbeit veröffentlichen reicht ihr als Outputform nicht.

Öffentlichkeitsinteraktionen der filia-Stiftung im Sinne einer partizipativen Förderpraxis und Stiftungsarbeit beinhalten z.B. Online-Sprechstunden oder Verteiler via Email (z.B. für Anträge) oder „Messenger-Klicks“ via WhatsApp. Es gibt auch das partizipative „Mädchen Empowerment Programm“. Inhaltlichen Output in Form von z.B. Broschüren, Artikeln oder Videos gebe es bisher nicht. Vor allem finanzielle, zeitliche und personelle Ressourcen seien dafür zu knapp. Die Balance zwischen fördernder und operativer Stiftung zu halten sei schwer. In der Zukunft könne man sich aber Webinare als Outputform vorstellen. Generell stelle man sich aber immer die Frage nach Öffentlichkeit und Sichtbarkeit von Arbeit und Forschung.

Tom_Heitmann
December 9, 2020

POSTKOLONIALE NACHBARSCHAFTEN: ANTI/RASSISTISCHE AUSEINANDERSETZUNGEN DER STADTGESELLSCHAFT ALS ANLIEGEN EINER KRITISCHEN ANTHROPOLOGIE von Prof. Dr. Regina Römhild, Humboldt-Universität zu Berlin. (09.12.20)

Dr. Römhild wirbt in ihrem Vortrag für eine engagierte und kritische Anthropologie, die aktiv eingreift und öffentlichkeitswirksam interveniert. Dadurch, so argumentiert sie, sei diese besonders transparent und sorgfältig.

Fokus des Vortrags liegt besonders auf der postkolonialen Anthropologie Europas, die für sie einen blinden Fleck in der postkolonialen Forschung darstellt. Als Beispiel führt sie ihr eigenes Projekt an; die Gründung einer Nachbarschaftsinitiative zur Umbenennung der „Mohrenstraße“ in „Anton-Wilhelm-Amo-Straße“.

 

Die Initiative, ein Zusammenschluss verschiedenster universitären und nichtuniversitären Institution, nutzt verschiedene Mittel um mit der Öffentlichkeit zu interagieren. Zum einen wurde ein offener Brief an die Stadt verfasst, die die Umbenennung fordert, Hauptaugenmerk liegt aber auf dem „postkolonialen Flanieren“.

Dieses bezeichnet einen von ihrer Nachbarschaftsinitiative organisierten, öffentlichen Spaziergang, welcher die Straße und ihre Geschichte miteinbezieht und mit verschiedensten Kurzbeiträgen gefüllt ist. Diese erfolgten in Vortrags-, aber auch in lyrischer Form (Poesie & Gesang) und wurden mittels Fotografie festgehalten.

Teilweise fanden diese vor der Dauerinstallation „Die Verkörperung der Reisefreiheit“ statt und Dr. Römhild plant in Zukunft bei ihrer kritischen Anthropologie vermehrt auf ähnliche, künstlerische Ausdrucksformen zuzugreifen, insbesondere performative.

 

Diana Gindesaite
November 19, 2020

.minor Projektkontor für bildung und forschung 
gilt als Schnittstelle zwischen Wissenschaft und Praxis. Der Schwerpunkt des Projekts ''Women´s Science. Situationen, Bedarfe und Visionen geflüchteter Frauen'' lag auf der praxisnahen Zusammenarbeit mit den Akteur*innen (Sowohl mit der Zielgruppe geflüchteter Frauen als auch Institutionen wie dem Jobcenter oder Agenturen; auch Arbeitsmarktintegration spielte eine Rolle). Ein Forschungsziel war es zum einen zu ergründen was man sich unter ,,gesellschaftlicher Teilhabe'' von Frauen mit Fluchterfahrung vorstellen kann, zum anderen diesen eine Stimme zu geben, sie sichtbar zu machen und eine Formulierung von Handlungsempfehlungen für Politik und Gesellschaft herauszuarbeiten, um diese den Akteur*innen nahezulegen - hierzu wurden Co-Forscherinnen eingebunden, die selbst von Fluchterfahrung betroffen waren. (Sie fungierten als Mediatorinnen und wissenschaftlich Forschende zugleich).

Auf der Webseite von .minor findet man als eine Publikationsform dieser Forschung eine umfangreiche Broschüre mit den erwähnten Handlungsempfehlungen, die sich an die Akteursebene richten. Dabei haben die Co-Forscherinnen, die ihre gewonnenen Erkenntnisse auf diesem Wege präsentieren konnten, ganz verschiedene Motive verfolgt und es entstand ein heterogenes Bild welches Themen wie 'Studium und Flucht' oder 'Angst und Sicherheit' abdeckte; wichtige Punkte zudem waren Einbezugsmöglichkeiten und eine Form der Motivation die sich an die Zielgruppe geflüchteter Frauen richtete. Die Publikation, die zugänglich in deutscher Sprache und den jeweiligen Muttersprachen entworfen worden ist und somit auch den Schwerpunkt der Teilhabe mit verfolgt und repräsentiert war ein wichtiger Schritt, jedoch stand an oberster Stelle die lebensnahe Praxis. Auch ein Kurzfilm wurde im Rahmen des Projekts veröffentlicht. 
(Die Publikation war demnach ebenso partizipativ ausgerichtet - die starke Einbindung der Zielgruppe in den öffentlich Diskurs war von grundlegender Bedeutung).

Ein Weg über den die Erzeugung von Schnittstellen funktionierte, war unter anderem die Koorperation mit Netzwerkpartnern von .minor, außerdem die Kontaktaufnahme mit der Hochschule für Technik und Wirtschaft, was auch eine Form des öffentlichen outreachs ist. Durch die Nutzung bspw. sozialer Medien erfolgte die Suche nach geflüchteten Frauen, die bei Interesse an dem Projekt teilnehmen konnten.