Was bedeutet es, in Zeiten von Corona (digital) zu studieren? - Poetry Slam Text

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Was bedeutet es, in Zeiten von Corona (digital) zu studieren? 

 

Corona, 

das klingt so edel – verheißungsvoll. 

Anschmiegsam, Anschein eines Revoluzzers. 

Und tatsächlich: 

Das Potenzial 

Für radikal 

Neue Strukturen 

Hat hier mal eben  

In unzähligen Leben 

Veränderung geschaffen. 

 

Kurzfristig, mittel, lang – für immer? 

Ne Antwort wär‘ cool,  

Gewissheit noch besser. 

Aber irgendwie lernt man zu leben, 

nichts auf Gewissheit zu geben. 

 

Keine fixen Versprechen, 

nichts Permanentes, 

Ungewissheit als Trend 

Geschmäcker - sind halt verschieden. 

 

Und so versuchen wir, 

nur wieder aufs Neue 

diesen süßen Hoffnungsschimmer 

so oft es denn geht, 

mit hübscher Verzierung 

überproportional, und ausgedehnt 

im Alltag zu genießen. 

 

Es liegt nun an uns, 

die Strukturen zu zeichnen, 

alles was wir kannten, 

das Gewohnte verblasst. 

 Durchaus überraschend, 

mit welcher Durchschlagkraft 

Umschwünge stattfinden. 

 

Der neue Alltag besteht aus Distanz. 

Um andre zu schützen,  

kapseln wir uns ab, 

ziehen uns zurück. 

Keine Freunde mehr sehen, 

vor Geschäften stehen, 

kein Café, keine Bar, 

ist mehr offen. 

Alles ist plötzlich behaftet mit Gefahr. 

Kein.Bier.am.Kiosk, zumindest nicht zu dritt. 

 

Studentenleben neu aufgezogen. 

Dies ist ein lauter Appell 

An die Resilienz gleichwohl Kreativität. 

Die Fähigkeit Herausforderungen 

Diesen Ausmaßes  

Mit Wohlwollen zu begegnen. 

Positive Einstellung zur Umstellung, 

mit der alles fällt oder steht. 

 

Social distancing, Maske und zoom, 

so viel Potential für Frustration, 

unstabile Verbindung,  

die Augen schon eckig. 

Akku leer – nicht nur im Laptop. 

Flexibel, aber digital. 

So zu studieren 

Gleicht eher nem TV-Experiment. 

Kameras an, ein einziger Raum, 

neue Aufgaben und Bewertung von außen. 

 

Und trotz alledem, 

sollte dieses Problem  

nicht zum Weltende werden. 

Wir dürfen sehr wohl, 

stetig und ohne genieren, 

Unmut und Sorge 

an der Lage monieren. 

 

Doch nicht zu pathetisch, 

darüber zu richten, 

kann Vieles erleichtern, 

stattdessen Grundvokabular umdichten. 

 

Wir werden Helden des Alltags, 

den wir später untersuchen, 

denn zwischen all den Texten, online Gesprächen, 

offenen Fragen, Wünschen, die wir hegen, 

konnten wir ne Menge lernen, 

im Fach, über die Welt und natürlich über uns. 

 

Ein Ende muss her, 

ohne dramatisch zu werden. 

Für die Krise, für uns, 

alles ist relativ (gut), 

um mal diesen Blickwinkel - zu bewerben.

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Creator(s)

Contributors

- Private group -

Contributed date

February 12, 2021 - 9:24am

Critical Commentary

Saskia Bonkowski 

Matrikelnr.:7449473 

Universität Hamburg 

Fachbereich Kulturwissenschaften 

Institut für Empirische Kulturwissenschaften 

Wintersemester 2020/2021 

Digitales Propädeutikum 

 

 

Ausführliches Exposé  

 

 

In den frühen Monaten des Jahres 2020 begann ein Ereignis die Welt zu erschüttern, das innerhalb kurzer Zeit für extreme Veränderungen in jeglichen Sektoren des Lebens sorgte. 
Es brach eine Pandemie aus, die durch das sogenannte Covid-19 ausgelöst wurde. 

Mit dem Ziel das Infektionsgeschehen einzudämmen, wurden viele Aktivitäten, sofern möglich, auch das Arbeiten, Studieren, Kinder-betreuen (um einige zu nennen) in die eigenen vier Wände verlegt. 

So kam es auch dazu, dass Bildungseinrichtungen wie Universitäten und Schulen ihr Konzept, dass tendenziell auf Präsenzveranstaltungen ausgelegt ist, umstellen mussten. Anlässlich der Coronapandemie musste eine Alternative möglichst zügig erarbeitet werden. Die logische Konsequenz im Zeitalter der Digitalisierung war dementsprechend: digitale Lehre – der Unterricht und die Veranstaltungen sollen über Kommunikationsplattformen und diverse Messenger stattfinden. 

Dies stellt nicht nur für die Lernenden eine Herausforderung dar, da das Ambiente und die Lernatmosphäre sich sehr von der Dynamik im Klassenraum, Hörsaal oder Seminarraum unterscheidet, sondern auch für die Lehrenden, die plötzlich all ihre Konzepte überarbeiten müssen, um den Schülern und Studierenden Materialien und Lerninhalte weiterhin nahebringen zu können. 

Im Fall der UHH ging dem Herbstsemester 2020 schon ein digitales Frühjahrssemester voraus, in dem Erfahrungen gesammelt werden konnten. 

Das Lehrangebot wurde nach Möglichkeiten angepasst und für die StudienanfängerInnen wird u.a. ein „digitales Propädeutikum“ angeboten, in dem die Grundlagen der digitalen Lehre erprobt und erklärt werden. Darin gilt es, die verschiedenen online-Plattformen und Messenger und essentielle Funktionen der Vernetzung und Selbstorganisation näher zu bringen. 

Für mich persönlich war dies sehr hilfreich, da ich z.B. „Zoom“ und „MS teams“ vorher noch nie benutzt und somit aber die Möglichkeit hatte, die ersten Erfahrungen begleitet zu machen. 

Im Rahmen diesen Seminars ist eine Projektreihe ins Leben gerufen worden, in der sich auf verschiedene Weisen mit unterschiedlichen Aspekten der digitalen Lehre auseinandergesetzt wird. 

Die Disziplin der Studierenden ,aus dieser Gruppe, ist die Empirische Kulturwissenschaft, welche sich als Alltagswissenschaft versteht und u.a. Phänomene, die Menschen in ihrem täglichen Leben beschäftigen, erforscht. 

Somit lässt sich wunderbar eine Brücke schlagen zwischen dem unmittelbaren Forschungsinteresse des Fachs mit einer explorativen Auseinandersetzung der Auswirkungen von Coronamaßnahmen im Alltag. Das von mir gewählte Format ist ein literarischer Beitrag in Form eines Poetryslams. Die Basis des Inhalts sollen persönliche Erfahrungsberichte von Menschen aus meinem direkten sozialen Umfeld sein. 

Mein Anliegen ist es, eine schriftliche, leichtherzige Auseinandersetzungen mit den Schwierigkeiten und/oder Erleichterungen der digitalen Komponente im Alltag in Zeiten der Coronapandemie herauszuarbeiten.  

Ein leitendes Motiv hinter dieser Wahl ist die Tatsache, dass alle zu einer Auseinandersetzung mit der „digitalen Bewegung“ gezwungen werden (sofern sie zu den betroffenen Gruppen gehören), diese aber nicht nur analytisch bearbeitet werden muss. Genannte Annäherung an das Thema soll eine Möglichkeit darstellen, authentischen Aussagen und Empfindungen einen Schauplatz zu bieten, auf dem diese wirken und eine Momentaufnahme widergeben können. 

Um einen substantiellen Leitfaden zu integrieren, sollen die Themen wie Medienkompetenz1, Digitale Praktiken2, Technologien3, Soziales und Kommunikation4 und Materielles und Analoges5 als Orientierung dienen. Damit korrespondierend und zu stellende Fragen und Impulse sind: 

Zu 1: Wie ist die Persönliche Wahrnehmung/Erfahrung, Kompetenz(-erweiterung)? 

Gibt es Unsicherheiten?  

Zu 2: Wie steht es um Selbstorganisation, Auswirkungen der Digitalisierung auf den Alltag, Veränderung des Alltags 

Zu 3: Neue kennengelernt? Plattformen/Formate, Kristallisiert sich ein Favorit heraus? 

Zu 4: Welche (neuen) Wege gibt es?,Wie fühlt sich das an?

Zu 5: Wie wird die Umgebung (Arbeitsplatz im Wohnbereich) gestaltet, Wie funktioniert es mit Pausen (vom online-sein)? 

Als Equipment wird lediglich ein Laptop und ein entsprechendes Programm zur Verschriftlichung (Word) benötigt. Hinsichtlich notwendiger Kompetenzen ist zu beachten, dass für die Durchführung die Fähigkeit zur sozialen Interaktion nötig ist, das Ganze erfordert Selbstorganisation und eine schreiberische/ kreative Kapazität.  

Um das Vorhaben umzusetzen soll zuerst eine freundliche Aufforderung zur Kollaboration an diverse Menschen aus meinem direkten sozialen Umfeld gestellt werden. Dies kann in einem persönlichen Gespräch/Anruf oder über einen Nachrichtendienst erfolgen. Die Angaben bleiben anonym, bzw. wird keine Aussage in Verbindung mit Namen getroffen. Auf Basis der Aussagen und Einblicke der befragten Personen in die Veränderungen und (positive/negative/unbewertete) Auswirkungen soll der Poetryslam formuliert werden, bzw. sollen Stimmungsbilder und Eindrücke davon in die Wortwahl einfließen. Anschließend wird dieser auf der Plattform PECE hochgeladen. 

Als konkreter Zeitplan ist folgender Rahmen vorgesehen: 

12.12.20 – 27.12. Herantreten an Individuen (per Nachricht: e-mail, Textnachricht auf verschiedenen Nachrichtendiensten), evtl. Telefonat, um Auskunft einzuholen 

28.12.20 – 03.01.21 Verarbeitung, Auflistung (+/-) von Beiträgen 

Aus den Angaben eine Idee für Poetry Slam (Charaktere, Setting, Stimmung) ausarbeiten 

04.01.21 – 10.02.21 Ausarbeitung und Finalisierung des Inhalts des Poetry Slams